Emails vom Ankerplatz schicken, die Wettervorhersage mitten auf dem Meer aktualisieren, einen Eintrag an den Blog schicken – da gibt es für den Segler zwei Möglichkeiten: Satellitentelefon oder Kurzwelle

Das Satellitentelefon ist zwar deutlich billiger geworden, aber immer noch in Regionen um die 1€ pro Minute angesiedelt. Also Kurzwelle. Um dort legal funken zu dürfen braucht eine Lizenz.

Schon zu DDR-Zeiten hat mich der Amateurfunk interessiert, allerdings waren die (politischen) Hürden damals zu groß um Funkamateur zu werden. Mit der Wende kam die Freiheit, sich auch mit diesem Thema neu zu befassen. Seit einigen Jahren wird in Deutschland keine Morseprüfung mehr verlangt – das machte die Sache natürlich wesentlich einfacher und so interessant das man nochmal drüber nachdenken müßte.

Ich begann 2008, mich mit dem Amateurfunk zu beschäftigen, habe Bücher gekauft für die Prüfungsvorbereitung, habe die amtlichen Fragenkataloge von der Bundesnetzagentur heruntergeladen und angefangen zu lernen. Leider mit viel zu wenig Ehrgeiz und mit wenig Verständnis – vor allem für die rechtlichen Fragen. Rucki-Zucki habe ich wieder aufgehört zu lernen.

Dann bekam ich im TO-Forum den Hinweis auf einen Fernkurs. Er hatte zwar bereits angefangen aber ich kam noch rein. Der Funken-Lernen-Fernkurs geht über ein Dreivierteljahr und endet mit einer Intensiv-Woche und anschließender Prüfung. Es gibt alle ca. 10 Tage eine neue Lektion zum Lernen, der Aufwand ist nicht gering aber machbar. Sehr gut war die Intensivwoche, es wurde sich sehr intensiv beschäftigt, wenn nötig auch in Einzelsitzungen. Ja und was soll man sagen – alle Teilnehmer haben bestanden.

Zur Technik: für Email von Bord ist zZ. der am weitesten verbreitete Standard das Pactor-3-Verfahren. Es gibt noch andere Verfahren, die sind aber wesentlich langsamer und störanfälliger oder aber noch nicht genügend ausgebaut. Man braucht dazu einen geeigneten Kurzwellentransceiver mit möglichst guter Antenne und ein Pactor-Modem von der Firma SCS. Das Modem wird per USB-Kabel oder wie bei uns per Bluetooth mit dem Computer verbunden, dort steuert das Programm Airmail das Modem und dieser wiederum den Transceiver. Das weltweite Winlink-Netzwerk ermöglicht dann den Datenaustausch.

Nun darf man sich keine Wunder erwarten, bei guten Verbindungen sind Übertragungsraten von 9000 bit/Sekunde möglich, teilweise auch mehr – bei uns war es meistens deutlich weniger. Das System ist auch für den reinen Austausch von Textnachrichten vorgesehen, Anhänge sind zwar möglich aber alles was über 30kB ist, sollte vermieden werden. Man blockiert die Station dann zu lange.
Über Satellitentelefon geht es übrigens nicht schneller.

In der Ostsee haben wir uns die Seewetterberichte vom Deutschlandfunk schicken lassen, so hatten wir immer das aktuelle Wetter. Außerdem war es uns nun möglich, direkt von Bord diesen Blog zu schreiben, gut für Freunde und Familie und den geneigten Leser.

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