Hier gibt es einen Bericht über unseren ersten richtigen Törn. Rund Fünen führte uns die Tour im Uhrzeigersinn.
Früher war dieser Artikel nur im Segeln-Forum zu lesen, jetzt auch hier

Wie man manche Dinge falsch einschätzen kann.

Hier folgt nun ein kleiner Bericht unseres ersten richtigen Törns (um den Titel eines parallelen Tröts zu bemühen).Nach 2 Tagen einkaufen und stauen auf Fehmarn gings endlich los. Ziel Bagenkop. Am zweiten Tag haben wir uns dann nach Marstall verholt.
1. Fehmarn-Sund-Brück im Mistwetter
2. Sohnemann verpennt die Fahrt zum großen Teil
3. Sonnenschein in Bagenkop
4. Bordfahrrad-Test vor Marstall-Kulisse
5. Lavendel in Marstall
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erste Fehleinschätzung: die Temperaturen auf See. Ich erkälte mich und wir machen einen Tag Schnupfen-Pause in Marstall.
Dann gehts weiter nach Arösund, wir haben Böen bis 7 Bft. und Regen satt. Dabei reist eine Latten-Tasche am Vorsegel fast ab. Ich sehe keinen Sinn in dieser Einrichtung, trenne die Tasche samt Latte noch vollständig ab und vernähe das Ganze so gut es geht.
In der Nacht geht ein Schiff bei uns längsseits. Wir wollen früh los und denken kurz über Aufstehen und Bescheidsagen nach – lassen es dann aber bleiben und meinen das wir eben dann morgens mal wecken müssen.
Eine Fehler wie sich herausstellt. Wir finden einen Zettel an unserem Niedergang das die neben uns liegende Yacht verlassen wurde – man müßte schnell weg – und von einem ominösen Vertreter am nächsten Tag irgendwann abgeholt werden würde. Die Nacht ist gelaufen – ich kann nicht mehr schlafen und überlege wie ich mit ablandigen 7 Bft. den Kahn neben mir so loswerde das ich sicher ablegen und die andere Yacht wieder sicher vertäuen kann.
Aber 90 min. später sind die Jungs wieder da – sie haben kein Taxi bekommen und fahren nun doch in aller Frühe selber weiter. Puh – nochmal Glück gehabt, sie laufen sogar noch vor uns aus.
Wir starten Richtung Helnaes-Bucht und wollen dort zum ersten Mal ankern.
1. Strandbummel in Marstall
2. Begegnung im Regen
3. Ich will Sommer !!
4. Wetterwechsel
 
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Den kleinen Belt hinauf rauschen wir mit raumen Wind und fühlen uns zum erstem Mal richtig gut. Vor lauter Glück fahren wir fast noch an unserem Ziel vorbei. In der Helnaes-Bucht wollen wir 2 Nächte vor Anker bleiben.
Die erste wird eine Prüfung für unsere Nerven und den Anker. Es bläst bis 6 Bft. und wir schwoien kräftig um den Anker herum. Leider regnet und stürmt es auch den ganzen kommenden Tag bis kurz vor dem Abendessen der Himmel aufzieht.
Kurzentschlossen wollen wir am Strand grillen. Ich mache den Grilleimer fertig nur um ihn dann zu versenken. Ich stoße ihn beim Rückwärtsgehen vom Achterdeck und kann ihn nicht mehr kaschen. Man hat übrigens ca. 5 Sekunden bis er weg ist. Falls es mal jemand nachmachen will :-)
So wird das Picknick leider nur kalt und auch kurz weil auch schon die nächsten Schauer aufziehen.
Meine Tochter will nun auch wissen wie das mit dem Beiboot geht und wir machen mal eine kleine Theoriestunde „Motor starten“ der eine fetzige nasse Rundfahrt folgt.
1. Abfahrt zum Picknick, wir lassen die Grace allein vor Anker.
2. Picknick am Strand
3. Unterricht Theorie und Praxis
4. Wolkenspiel
ausflugpicknickgummiboot-unterrichtwolken
 
 
Sorry, da hab ich was verwexelt. Also die Helnaesbucht liegt natürlich VOR Aroesund wenn man nach Norden fährt, hats einer gemerkt?
Auf der Fahrt nach Aroesund haben wir bis zu 7 Bft. und ich muss zum ersten Mal ein Reff reinnehmen. Bis dahin gings ganz easy ohne. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Kahn :)
1. Regenbogen
2. Die Ölbank für nette dänische Feierabende ;)
3. überall sehr gepflegte Gärten
4. Spielplatz bei Regen
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Von Arösund weiter nach Fredericia. Eigentlich sollte es nur bis Middelfahrt gehen – dort war aber alles rappelvoll.
In Fredericia wieder ein Tag Pause weil meine Tochter plötzlich Fieber bekam – am nächsten Tag war es aber vorbei.
Wir waren vorsichtshalber beim Arzt – sehr nett, sprach super deutsch und Behandlung + Rezept auch noch kostenlos. Ein Lob auf soviel Einsatz!Von dort ging es weiter mit Ziel Samsö. Leichter raumer Wind – Zeit einmal den Blister zu probieren :-).
1. Mini-Insel im Regen
2. Fredericia, Blick zur Blick zur Brücke über den kleinen Belt
3. Stadtansicht Fredericia
4. Erster Versuch mit dem Blister, als er oben war haben wir gemerkt das wir Hals und Schothorn verwechselt haben. Also nochmal runter, dann aber endlich richtig.
 
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Wir rauschen nach Samsö und der Sommer holt uns trotzdem ein :-)
Endlich mal nur im T-Shirt im Cockpit sitzen.
Der Hafen von Ballen ist so rappelvoll das man kaum noch Wasser sieht. Das tun wir uns nicht an und legen uns gleich vor Anker. Später fahren wir dann mit der Gummiente mal rein und schauen uns das Chaos an – nönö, das braucht man nicht.
1. Rauschefahrt mit Blister
2. Voller Hafen – da gehts nicht rein.
3. Sonnenuntergang – ein Traum
4. Planschen im Cockpit
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Von Samsö aus sind wir wegen etwas ungünstigem Wind in den Kalundbog-Fjord gefahren und von dort nach einer Nacht vor Anker weiter nach Sejerö.
Im Hafen von Sejerö hatten wir ein Super-Plätzchen erwischt, leider hat uns der Hafenmeister wieder verscheucht und dann lagen wir eher schlecht an nur einem Dalben auf Höhe der Mittelklampe und mit dem Heck am Steg. Als dann noch 2 weitere Schiffe bei uns festmachten und keinerlei eigene Bemühungen zur Sicherung des Päckchens unternahmen habe ich auf einen weiteren Dalben noch eine Sicherungsleine vom Bug gelegt. Damit habe ich zwar die Box neben uns abgesperrt aber das war kein Problem – wir hatten uns mit den Nachbarn abgesprochen.
Auf der Insel gab es wieder einen Tag Pause zugunsten einer Radtour zum Leuchtturm an der Nordspitze. Das war außerdem der 15. Geburtstag unserer Tochter was natürlich gebührend gefeiert wurde.
1. Leuchtturm an der Rosnaes am Kalundborg-Fjord
2. Ansichten vom Ankerplatz aus
3. Leuchtturm Sejerö-Nord
4. Überall Weizenfelder
5. Kirche in Sejerö mit Deckenmalereien aus dem Mittelalter.
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Von Sejerö aus wollten wir eigentlich weiter nach Osten und den Sund hinunter nach Kopenhagen. Wegen stabiler Ostwinde haben wir uns aber entschieden durch den großen Belt wieder nach Süden zu fahren. Dadurch hatten wir plötzlich schon den „Wendepunkt“ auf unserer Tour erreicht.
Von Sejerö brechen wir vor Sonnenaufgang auf, was Ärger im Hafen auslöst obwohl wir unseren Nachbarn Bescheid gesagt hatten und die trotzdem neben uns liegen wollten. Eine Fahrt in den Morgen halte ich für etwas sehr schönes und die Tour führte uns bis nach Reersö. Dort bewundern wir 2 Cadillacs Bj. 1969 die zum Verkauf stehen.
Es ging weiter durch die Brücke über den großen Belt nach Korsör von wo wir mit dem Zug eine Stunde nach Kopenhagen fahren.
1. SF-Stander im Morgenlicht
2. „Paps, kaufst du mir so ein Auto ?“
3. Brücke über den Großen Belt
4. Turm in Kopenhagen ohne Treppen, eine schiefe Ebene führt bis unter den Dachstuhl
5. Tivoli-Idylle
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Korsör ist nicht so unser Ding, allein das Böllerschießen der nebenan gelegenen Marine zum Fahnenappell macht Laune 8)
Wir fahren ein kurzes Stück weiter bis zur Insel Omö, wo wir etwas Probleme haben, den Anker einzufahren. Aber andere sind da sorgenfrei – ein Engländer ankert in unserer Nähe komplett OHNE einzufahren ?(
Nach einem Tag Faulenzia mit Grillen am Strand gehts auf die gegenüberliegende Seite des Großen Belts – wir ankern kurz vor Lohals auf Langeland.
Weiter geht es bis nach Kragenaes im Smalandsfahrwasser. Eigentlich wollen wir von dort einmal zum Jazzfestival nach Femö fahren – kommen aber nicht aus dem Knick und so endet das Festival leise und ohne uns :O
Stattdessen räume ich einmal die beiden dicken Batterien aus ihrem Stauraum und messe unseren Tank aus. Es sind noch mehr als 700 Liter da – ich glaube wir brauchen in diesem Jahr nicht mehr zu tanken :D
1. So könnte es immer bleiben …
2. Ansicht Lohals
3. Hafen Kragenaes
4. 2 Möwen teilen sich einen Sitzplatz
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Von Kragenaes gehts dann früh los mit Ziel Albuen-Ankerbucht. Als wir etwa eine Stunde unterwegs sind hören wir eine Starkwindwarnung über Lungby-Radio – aber da wußten wir es schon X( . Bei Osnevig brechen wir ab. Wir haben Wind bis 38kn und 2m Welle – natürlich genau gegenan. Meine Arme werden langsam schweeer.
Der Hafen Osnevig ist nun endgültig der Hafen wo der Hund begraben liegt. Falls er dort nicht liegt dann wird er nie gefunden werden :D Dagegen war ja Kragenaes eine Metropole !!
Wir liegen sehr schlecht an einer Betonwand und hoffen dass unsere Fender den Schwell aushalten. Glücklicherweise dreht der Wind später etwas mehr gegen Nord und der Schwell im Hafen legt sich.
Am nächsten Tag bleiben wir einfach wo wir sind und warten mal ab. Es bläst fast unvermindert mit um die 30kn. Gegen Mittag wird es etwas besser und auch wärmer, was uns dann gegen 16:00 mit Ziel Heiligenhafen starten läßt.
Die See hat sich weitestgehend wieder beruhigt und wir kommen gut voran. Erst weit draußen kommt unser Kahn mächtig ins Rollen als wir 2m-Wellen seitlich haben. Schon kurz nach 23:00 erreichen wir die Einfahrt von Heiligenhafen und machen gleich neben dem in der Karte eingezeichneten Dalben unseren Anker klar. Ein guter geschützter Liegeplatz – wir haben eine angenehme Nacht.
1. Das sieht nach Wetterwechsel aus
2. und so sehen 2m-Wellen vom Ufer aus – einfach nicht fotografierbar
3. Die Nacht bricht herein – mitten zwischen Dänemark und Deutschland
4. Überraschung am Morgen – eine Segelschule kurvt um uns herum
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Deutschland empfängt uns leider mit grauem Wetter und sehr wenig Wind. Ein Boot nach dem anderen fährt trotzdem von Heiligenhafen hinaus. Wir haben Angst mit der Segelschule zu kollidieren wenn wir Anker-auf gehen, aber alle passen aufeinander auf und so geht alles gut.
Von einem Boot aus werden wir fotografiert und da es eh gerade ganz langsam durch die Fehmarn-Sund-Brücke geht steuere ich noch etwas näher und bitte um die Fotos von unserem Schiff. Was soll ich sagen – ich habe sie diese Woche von Heiko Kallfaß bekommen (die Namensnennung war Bedingung).
In Burgstaaken fest gibt es noch eine Menge zu tun. Wir schrubben den Kahn innen und außen und versuchen alles im Auto zu verstauen. Dank 570l-Mega-Dachbox kein Problem :D
Tja, dann war der Urlaub leider beendet. Für die Autofahrt nach Sachsen brauchen wir so lange wie noch nie. Nachdem wir einem Stau ausweichen können fahren wir in eine Vollsperrung auf der anderen Bahn X(
Insgesamt konnten wir reichlich 350 nm loggen und jede Menge Erfahrung mit unserem Schiff. Ein schöner Familienurlaub war es allemal. :)
1. Deutschland grau in grau
Rest: Ansichten vom anderen Schiff aus.
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