Die abends noch einlaufenden Wettermeldungen – wie immer widersprüchlich – veranlassten uns zu einer Umplanung. Der angesagte Sturm sollte erst später oder gar nicht kommen. Aber am Sonntag nachmittag sollte der Wind von Südwest auf West drehen. Das wäre günstig für uns um nach Bornholm zu kommen. Also standen wir zeitig auf und setzten Segel, bei Windstärke 5 mit dem ersten Reff im Groß und die Genua nur zum Teil ausgerollt. So ging es langsam los – wie immer in diesem Urlaub gegenan aber es ging vorwärts. Später hatten wir aber nicht nur mit dem Wind gegenan sondern auch mit bis zu 2,5m Welle zu tun. Jedesmal wenn der Bug in die Welle kracht bleibt das Schiff fast stehen, nimmt dann wieder Fahrt auf bis es wieder kracht. Wasser kommt reichlich über und wir sind wiedermal froh unsere Sprayhood zu haben, hinter der wir ganz gut geschützt sind.
Nachdem es ganz gut losging macht später die Seekrankheit wieder ihre Runde, Marlies leidet und Ben verschläft den halben Tag. Es geht nur langsam voran und der versprochene Winddreher auf West kommt nie. Also fahren wir immer hart am Wind. Scheinbar sollen wir das mal richtig trainieren. Als die Sonne untergeht nehmen wir den Motor zur Unterstützung um etwas mehr Höhe zu laufen. Ben geht wieder schlafen und wir halten durch … am Ende sind wir für 70nm 17 Stunden unterwegs. Halb drei in der früh legen wir im leersten Hafenbecken in Nexö an. Eine richtige Entscheidung denn für den Anleger brauche ich wegen der Müdigkeit drei Anläufe. Es fällt mir schwer, Abstände und Geschwindigkeiten abzuschätzen. Halb 10 beschließen wir aufzustehen, beim Frühstück kommt der Hafenmeister und weist uns einen anderen Platz zu den wir nach dem Essen dann anlaufen. Bei reichlich ablandigem Seitenwind mit Hilmars Mittelspringmanöver kein Problem.
Zuerst nehmen wir die Waschmaschine in Beschlag, Ben schaut mit mir den Hafen, Trockendock und den „Spielplatz“ an. Für 2 Tage werden wir erstmal hierbleiben. Erholung von der gestrigen Bolzerei ist angesagt.

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