Amsterdam ist wirklich eine Reise wert. Es ist eine sehr schöne Stadt an die man sich gewöhnen kann. Das quirlige Leben in den Straßen gefällt uns. Überall kann man sich niederlassen und überall ist es eigentlich schön – auf seine eigene Art und Weise. Die tollen Gebäude mit ihrer Geschichte, die vielen Hausboote, die unzähligen Fahrräder. Hier habe ich mich oft gefragt, wo sind die Leute zu den Fahrrädern? Es stehen überall welche herum und überhaupt muß man als Fußgänger aufpassen, dass man nicht einfach über den Haufen gefahren wird. Dann gibt es Kneipen, Caffees, Restaurants oder was auch immer in solcher Anzahl, wie ich sie noch nicht gesehen habe und überall sitzen Leute. Einfach genial.
Wir haben uns wirklich viel angesehen. Viel im Verhältnis, wenn man mit Kind unterwegs ist. Das Anne-Frank Haus haben wir besucht und sind für unsere Verhältnisse auch sehr früh aufgestanden. Das war auch gut so, denn als wir raus kamen war die Schlange schon wieder so groß, dass wir uns da vielleicht nicht angestellt hätten. An diesem Tag waren wir auch mit dem Fahrrad unterwegs und haben die Stadt so erkundet. Das war sehr interessant, denn unser Navi hat die ganze Sache weiträumig eingekreist. Somit haben wir mehr von der Stadt gesehen, als eigentlich nötig.
Wir haben auch viele Spielplätze erobert und uns so zusätzliche Pausen verschafft von den vielen Eindrücken, die wir in den Museen bekommen haben. Da wir für die nächsten beiden Tage einen Mietwagen bestellt hatten, wollten wir gern wissen, wo wir ihn bekommen, damit wir nicht am nächsten Morgen mit der Suche anfangen. Das war auch gut so, denn es hat ewig gedauert, bis wir das gefunden haben. Dabei bin ich in die Verkehrssünderdatei für Fahrradfahrer aufgenommen worden, weil ich auf dem Bahnhofsvorplatz mit dem Fahrrad an einem Polizisten vorbeigefahren bin und das nicht erlaubt ist. Zu allem Überfluss hatte ich natürlich keine Papiere dabei, weil ich ja nur auf der Suche war und Ralf mit Ben an der anderen Seite gewartet hat. Das hat den Polizisten stutzig gemacht und ich musste in Begleitung desselben zu Ralf laufen, damit ich mich ausweisen kann. Jetzt habe ich noch keine Strafe von 90 € zahlen müssen aber wenn ich noch einmal erwischt werde, sind die dann fällig. Zum Glück sind wir nicht mehr so lange da und ich werde mir Mühe geben, mich an die Regeln zu halten. Ich frage mich allerdings, was er gesagt hätte, wenn ich Ben noch auf dem Fahrrad gehabt hätte, ob das auch eine Strafe wert gewesen wäre. Ich will es lieber nicht ausprobieren.

Mit dem Auto haben wir dann die Gegend erkundet. Das war auch wieder mal ein schönes Gefühl etwas flexibler zu sein. Somit konnten wir unseren geplanten Großeinkauf gleich erledigen – der mit dem Fahrrad sicherlich sehr beschwerlich geworden wäre. Jetzt wissen wir auch, warum in Holland alle mit dem Fahrrad fahren. Auf der Suche nach einem Parkplatz sind wir sehr erstaunt über die hohen Parkgebühren in den verschiedenen Städten. Hier muss man wohl genau wissen, wie viele Minuten man bleiben will, weil der Parkautomat nach Minuten abrechnet. Insgesamt eine sehr teure Angelegenheit.
Gestern waren wir in Den Haag und haben dort den Gottesdienst einer Deutschen Evangelischen Gemeinde besucht. Das hat uns sehr gefallen. Nach einigen Fernsehgottesdiensten hat uns das wieder sehr gut getan. Den Haag ist auch sehr schön aber viel großräumiger als Amsterdam. Hier ist alles auf das Königshaus ausgerichtet. In den Straßen hängen lauter kleine Kronen und überall sind Bilder des Königspaares zu sehen. Als letzte Station stand dann noch Scheveningen mit dem Besuch des Sea Life auf dem Programm. Das war ebenfalls nicht ganz einfach, denn wir haben kaum ein Hinweisschild gefunden und haben diese Sache dann wieder großräumig eingekreist. Hier konnten wir wieder mal einen Blick aufs Meer werfen, welches ganz schön wütend war. Am Strand bildete sich Schaum, so dass man gar nicht ins Wasser gehen wollte – bei den Temperaturen sowieso nicht. Vielleicht war aber die Meerjungfrau gerade unterwegs? Bei den vielen Märchen die Ben den ganzen Tag anhört, kann man das schon fast denken.

Heute hat Ralf unsere Pumpe am Klo gebaut. Zum Glück ist hier eine Firma, die solche Pumpen herstellt und so war das kein Problem. Jetzt steht der Weiterfahrt eigentlich nichts mehr im Wege.

2 Kommentare
  1. Christian Lochner
    Christian Lochner sagte:

    Wenn ihr noch ein bisschen Zeit übrig habt dann geht mit eurem Sohn ins http://www.hetscheepvaartmuseum.nl. Das ist ganz neu wiedereroeffnet und wirklich sehr schoen gerade auch fuer Kinder. Auch sehr schoen und Urhollaendisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Zaanse_Schans. Autofahren ist absichtlich schwer und teuer gemacht. Die Stadt ist zu klein und nicht auf Autoverkehr ausgelegt. Wer trotzdem Auto fahren will muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Wir haben deshalb auch gar kein Auto weil das einfach nicht praktikabel und sinnvoll ist. Wenn wir eins brauchen um was zu transportieren (z.B. zum Boot) benutzen wir carsharing (gibts hier auch umweltschonend mit Elektro Autos die man sich pro Stunde leiht und einfach da abstellt wo man aussteigt). Übrigens gut beobachtet. es gibt tatsaechlich mehr Fahrraeder als Einwohner in Amsterdam. ich hab auch zwei. Ein altes „Omafiets“ fuer die Arbeit und den täglichen Stadtverkehr mit grossem Gepaecktraeger vorne und Kindersitz hinten und ein Mountainbike fuer laengere Strecken zum Spass und Sport am Wochenende…

    Antworten
    • Ralf
      Ralf sagte:

      Vielen Dank Christian für diese Tipps. Vielleicht kann nach uns jemand davon profitieren, uns reicht es erstmal 😉
      Das Auto haben wir nicht für Amsterdam gebraucht. Es ging um die Fahrt nach Utrecht und Den Haag. Natürlich haben wir das Auto auch gleich zum Einkaufen genutzt.
      Für heute haben wir uns vorgenommen nach Ijmuiden zu fahren und morgen (wenn das Wetter denn passt) weiter Richtung Süden.

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