Einmal spanisch Essen gehen, das hatten wir noch nicht gemacht und so haben wir uns entschieden Baiona anzulaufen und dort mal wieder in den Hafen zu gehen. Das war schon ein Erlebnis. Gerade als wir anlegen wollten kam sofort der Hafenmeister mit dem Schlauchboot gefahren und hat uns gedeutet, dass wir uns woanders hinlegen sollten und ist uns in einem rasanten Tempo voraus gefahren. Dort hat er dann auf uns gewartet und sämtliche Leinen entgegengenommen. Er war etwas aufgeregt, was ich nicht so recht verstehen konnte. Später habe ich mitbekommen, dass das wohl normal ist. Jedenfalls waren wir dann erst einmal in einem Hafen nach ein paar Ankertagen. Doch als wir den Preis für die Liegegebühr erfuhren, haben wir beschlossen nur diesen einen Tag zu bleiben. Im Hafen konnten wir auch wieder mal das berühmte Hafenkino genießen. Am Nachmittag kamen auf einmal massenweise Boote in den Hafen gefahren und jedesmal fuhr der Hafenmeister den Schiffen an den Steg voraus. So mussten die Schiffe teilweise in der Hafeneinfahrt anstehen. So etwas habe ich bis dahin noch nicht gesehen. Es stellte sich dann aber heraus, dass es wohl ein Segelverein oder so etwas war, denn die kannten sich alle und als ein Schiff anlegen wollte standen schon am Steg mindestens 10 Mann, von denen jeder eine Leine haben wollte. Das da was schief geht ist eigentlich vorprogrammiert. Es war für mich jedenfalls lustig anzusehen.
Das nächste Highlight war ein Ruderwettkampf im Hafenbecken. Das haben wir nur am Rande mitbekommen, doch die Durchsagen und Musik begleitete uns bis in den Abend. Ralf hat in der Zwischenzeit unseren Motorraum mit Süßwasser gespühlt. Eine sehr notwendige Maßnahme. Jetzt blitzt es erst einmal wieder.
Am Abend haben wir dann Baiona unsicher gemacht. Dort war es absolut schön und wir wurden an unsere früheren Kroatienurlaube erinnert. Das ganze Flair, die kleinen Gassen und vielen Menschen. Das hat uns gut gefallen. Es hat auch nicht lange gedauert und ein geschäftstüchtiger Kellner hat es geschafft uns in sein Restaurant zu locken. Das war kein Problem, denn Ben hat es eigentlich für uns entschieden, weil er schon brav am Tisch saß. Hier nun haben wir unser spanisches Essen genossen. Für uns gab es zum 1. Mal Hummer. Obwohl er schon zerkleinert war, war es für uns trotzdem eine Herausforderung. Dementsprechend sah unser Tisch auch aus, nachdem mir ein Stück des Hummers, als ich mit der Zange da ran wollte quer über den Tisch flog und auf Ralfs Pullover landete :-). Ben hat Langustinies gegessen, ein Essen, was er besonders gern hat. Er hat auch ganz toll die ganzen Dinger auseinander gepult.
Das Essen war gut und wir haben beschlossen, dass Hummer sehr gut schmeckt aber schwierig zu essen ist und wir das wohl erst mal wieder sein lassen werden.
In Baiona war dann noch ein riesiger Rummel aufgebaut. Da kamen wir natürlich auch nicht so einfach dran vorbei. Ben hat sich auf einer Hüpfburg noch ordentlich austoben dürfen, bevor wir dann wieder aufs Schiff gingen. Am nächsten Tag haben wir uns dann auf einen Rundgang um die Burg, die man sieht, wenn man in den Hafen einfährt, begeben. Das war ebenfalls ein so tolles Erlebnis, dass sogar Ben davon total begeistert war. An diesem Abend waren allerdings noch viel mehr Menschen auf den Beinen als am Abend vorher. In den kleinen Bar’s und Restaurant’s saßen Menschen jeder Altersklasse und haben den Abend genossen. Wir erfuhren auch warum, denn es gab um 24.00 Uhr ein riesiges Feuerwerk, welches wir aus nächster Nähe mit erleben durften oder mußten, weil wir nicht in unser Schlauchboot konnten, welches genau dort festgemacht wurde, wo das Feuerwerk aufgebaut war.
Nachdem Heike und Michael von der SY FantaSea uns die Islas Cies schmackhaft gemacht haben und meinten, man bräuchte dort keine Genehmigung, haben wir uns entschlossen, es zu versuchen und haben uns mit der Saphira dort getroffen. Das war wirklich herrlich dort. Das Wetter hat auch sein Bestes gegeben und so lagen wir dort zwei Tage vor Anker und konnten weißen Sand, türkises Wasser und einen Inselrundgang genießen.
Gestern haben wir dann Spanien verlassen und sind nun in Portugal gelandet. Nachdem der Wind nicht so richtig wollte und wir mit max. 3 Knoten von einer Seite auf die andere gerollt sind, wurde es dann später besser. Der Wind frischte auf, wehte nicht mehr nur von hinten und wir surften auf den Wellen die Küste entlang. Jetzt liegen wir hier in Povoa de Varzim sehr preiswert und angenehm. Ben hat gestern auch mal das Glück gehabt einen kleinen portugiesischen Spielkameraden zu haben. Doch die Sprachbarriere ist für ihn ziemlich groß und so wird unser sonst so lebhafter und schwatzhafter Junge zu einem kleinen stummen, braven Mäuschen.
Frage: Kann uns mal jemand sagen warum in Spanien und auch in Portugal am hellichten Tage mit irgendwelchen Böllern rumgeschossen wird? Das haben wir nämlich noch nicht herausgefunden.

 

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2 Kommentare
  1. Markus
    Markus sagte:

    Hallo Marlies,

    hiermit oute ich mich als stiller Leser, der neugierig Eure Fahrt verfolgt 😉

    Bei den Böllern könnte es vielleicht das The Festas Gualterianas (St Walter) has been held in Guimaraes on the first weekend of August since 1452 sein. Es ist in Eurer Nähe und die Zeit würde auch passen …., geböllert wird dabei auch …

    Weiterhin eine gute Reise
    Liebe Grüße aus Nürnberg
    Annette und Markus (die gerade an ihrer 13m bauen ;-))

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