Von Lanzarote sind wir abends in Richtung Las Palmas aufgebrochen um nicht wieder im Dunkeln anzukommen. Nachdem wir richtig schönen Segelwind für 2 Stunden hatten musste nun wieder unsere Aralfock angeworfen werden. Das ist immer eine spannende Sache, wie wir in den letzten Monaten feststellen mussten. Doch dieses Mal hat der Motor gut mitgemacht und uns gut nach Las Palmas gebracht. Ein großes Erlebnis – vor allem für unsere Esther – waren die Delfine, die uns nun endlich mal wieder besucht haben. Es war wieder herrlich sie zu beobachten und ganz nah an ihnen dran zu sein. Am Abend gab es dann noch ein besonderes Highlight. Ralf hat die Angel rausgehängt und es hat doch tatsächlich jemand angebissen. Esther hat als erste nachgeschaut und war erst verunsichert, ob das ein Tier ist oder nicht und dann ganz sicher – ein lauter Schrei, gezappel auf dem Achterdeck und die mit Ekel ausgesprochene Aussage – „iiiiiiih ein Tintenfisch!“ So, was machen wir nun? Keiner von uns wollte irgendwie Tintenfisch essen, weil der nicht gerade zu unseren Delikatessen gehört und außerdem hätte ich auch nicht gewusst, wie man den überhaupt „erledigt“ und ausnimmt. Ralf hat ihn dann von der Angel entfernt und wieder zurück ins Meer geworfen. Da wird sich wohl jemand drüber gefreut haben. Ein bisschen Mitleid hatte Esther aber dann doch, weil doch der arme Tintenfisch so traurig geguckt hat :-).
Der Rest der Fahrt war dann eher unspektakulär und so sind wir gut in Las Palmas am nächsten Vormittag angekommen. Doch als wir im Hafen an den Ponton fahren, da war es wieder unser altes Problem – der Motor ging einfach aus. Zum Glück hat uns der Hafenmeister mit seinem Schlauchboot geholfen und mit gezielten Stößen gegen unsere Grace diese in die richtige Position gebracht. Somit wussten wir, dass der Motor immer noch nicht rund läuft. Es wäre auch zu schön gewesen.
Weil Esther uns hier in Las Palmas wieder verlässt haben wir uns erst einmal um ein Auto gekümmert, damit wir noch etwas von der Insel sehen können. So sind wir am Montag losgefahren und haben das Herz von Grand Canaria, Tejeda besucht. Die Fahrt dorthin war schon spektakulär. Hier haben wir wieder grüne Landschaften erleben können. Für unsere Augen eine Erholung, nachdem auf Lanzarote doch alles eher schwarz – weiß war. Die Serpentinen waren allerdings für den Autofahrer nicht ganz einfach und anstrengender zu fahren als auf Madeira. In Tejeda haben wir den Duft von Kiefern erlebt. Uns war nicht bewusst, dass Kiefern so intensiv riechen können. Das war ein bisschen wie „nach Hause kommen“. Der Ort an sich war eher ruhig und verschlafen. Entweder lag das daran, dass alle Leute auf der Beerdigung waren, die wir beobachten konnten oder da ist wirklich nicht mehr los. Wir sind dann noch nach Firgas gefahren. Dort gibt es eine tolle Fliesenarbeit zu betrachten. Sie zeigen jede Insel der Kanaren. Das war sehr eindrücklich aber leider ungeeignet zum Fotografieren. Am nächsten Tag sind wir nach Maspalomas gefahren, dem ultimativen Ferienort an sich. Zumindest hatten wir den Eindruck. Dort säumt eine Bettenburg nach der anderen die Straße und auch sonst ist alles sehr auf die Touristen ausgerichtet. Doch was wir in Maspalomas gesehen haben hat uns sehr gut gefallen. Dort gibt es vor dem Strand die Sanddünen. Man kann es nicht beschreiben, wie sich das anfühlt, sondern man muss es sich einfach selbst anschauen. Ben war total begeistert, endlich mal so viel Sand auf einem riesigen Haufen und dort hineinspringen oder runterrollen. Am Strand kamen wir dann zuerst am Nacktbadestrand an, der für uns nicht in Frage kam. Ben war das aber so eindrücklich, dass er Oma und Opa am nächsten Tag erst einmal von der „Gammelfleischparty“ am Strand erzählen musste. Nachdem wir uns auch ein kleines bisschen verbrannt haben sind wir dann zurück nach Las Palmas gefahren um uns die Altstadt anzusehen. Schließlich war das unser letzter Abend mit Esther und wir wollten noch ein tolles Essen gemeinsam erleben. In einem schönen kleinen Restaurant haben wir gut gegessen und sind satt und zufrieden in die Koje gefallen. Am nächsten Morgen hat schließlich um 3.30 Uhr der Wecker geklingelt. Da stellten wir dann allerdings fest, das Esthers Flug nicht wie gedacht am 25.09. gebucht war, sondern erst am 26.09.13. Na so eine Überraschung. Also alle wieder ins Nest und weiterschlafen. So hatten wir noch einen weiteren gemeinsamen Tag, den wir total entspannt angehen konnten. Da haben wir uns auch gar keinen Stress mehr gemacht. Wir waren in einem der diversen Einkaufszentren hier in der näheren Umgebung und haben uns dort umgeschaut, gebummelt und die Zeit genossen. Nachdem wir das frühe Aufstehen schon mal geübt hatten war es dann aber wirklich so weit und wir haben Esther am Flughafen in den Flieger nach Deutschland gesetzt. Dort wird sie ganz schön frieren, denn von 30 °C auf 8 °C ist schon eine ordentliche Umstellung.
Nun sind wir wieder nur zu dritt an Bord und haben wieder Platz :-). Jetzt heißt es, alles wieder an Ort und Stelle packen, bis wir spätestens in einem halben Jahr wieder Besuch bekommen, auf den wir uns heute schon freuen.
Ralf hat sich inzwischen wieder um den Motor gekümmert und hofft, das Problem nun in den Griff bekommen zu haben. Es ist irgendwie Luft im Kreislauf, die einfach nur raus muß. Doch das ist leider nicht immer einfach.

 

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1 Antwort
  1. SY Sea Star 2
    SY Sea Star 2 sagte:

    Grüße aus Lisboa

    Moin moin Ihr Drei,

    danke für Eure guten Wünsche. Für die Überfahrt übern großen Teich toi, toi, toi und ebenfalls viele tolle Erlebnisse. Vielleicht sehen wir uns mal in Deutschland.

    Liebe Grüße

    Daniel, Wolfgang und Gudrun von der Sea Star 2

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