Da haben wir letztens einen Fehler entdeckt, der leicht verhängnisvoll werden kann – wenn man nichts davon weiß.Daheim auf der Ostsee wurden die Pactor-Verbindungen meistens über 7 MHz oder 14 MHz abgewickelt, selten habe ich 10 MHz eingesetzt. Jetzt, in den Gewässern vor Afrika brauchen wir aber auch die 18 MHz oder 21 MHz um die verfügbaren Landstationen zu erreichen. Während die Funkverbindungen auf den niederen Frequenzen niemals irgendwelche Probleme machten, fiel auf den höheren Frequenzen sofort unser Autopilot aus. Nun kann man schlecht am Ruder stehen und den Computer bzw. das Funkgerät bedienen. Also braucht man auch noch einen zweiten Mann um weiter machen zu können. Der Autopilotcomputer ließ sich nur durch kurzes Ausschalten wieder zum Arbeiten überreden. Ganz schön blöd.

Gefährlich wird das nur, wenn das Schiff sehr schnell querschlägt. Ansonsten eiert man irgendwie weiter bis man das Ruder manuell übernimmt oder den Autopilot durch das Aus- und wieder Ein-Schalten zurück setzt. Bei den meisten Systemen ertönt bei einem solchen Fehler auch sofort ein ohrenbetäubender Alarm, so dass man mit Sicherheit gewarnt wird.

Da musste eine Lösung her. Ich habe irgendwann im Hafen angefangen und sämtliche Kabel direkt am Autopilotcomputer mit Ferritkernen versehen. Überlange Kabel wurden gekürzt und ein Kabel, bei dem bis dahin kein Schirm angeschlossen war (Ruderlagegeber), nun abgeschirmt angeschlossen. Der Erfolg ist spürbar. Es gibt seitdem keine Probleme mehr mit Autopilot-Ausfällen bei Kurzwellen-Funkverkehr. Die in die Verkabelung eingestrahlte Kurzwelle wird durch die Kerne wirksam gedämpft. Stellt sich die Frage, warum die Störungen auf den niederen Frequenzen keine Auswirkungen hatten. Wahrscheinlich ist unser Autopilotcomputer auf diesen Frequenzen ausreichend vom Hersteller entstört.

Ferritkerne gibt es in verschiedenen Bauformen. Besonders praktisch sind die Klappferrite, weil man da keine Stecker durchfädeln muss. Sie lassen sich einfach auf das Kabel clipsen. Die Wirkung verbessert sich, wenn man mehrere Windungen durch den Ferritkern bringen kann.

Nachdem wir letztens von der Segelyacht Queen Nadine eine gleichlautende Fehlerbeschreibung hörten, dachten wir, dass wir da wohl nicht die Einzigen sind und unsere Lösung ev. auch anderen funkenden Seglern helfen könnte.
Eigentlich sollte ein Amateurfunker die Dinger an Bord haben, man kann sie aber natürlich günstig bis teuer im Internet bestellen oder beim Elektronikhändler im Ort kaufen.

3 Kommentare
  1. Christian Meischner
    Christian Meischner sagte:

    hallo, Ralf…
    die technische Sache bringt mich zum frohen Reagieren. Gott sei Dank bist Du
    Fachmann und kannst Dir helfen (und anderen vielleicht auch).
    Ich freue mich ebenfalls über jede eurer Meldungen und bin in Gedanken und Gebeten mit dabei. Das Abenteuer KW-Sendelizenz wird allerdings in den nächsten Monaten sicher noch nichts… Aber Ihr bleibt ja noch ein Weilchen…
    Ganz herzliche Grüße Christian

    Antworten
  2. Andreas
    Andreas sagte:

    Gut gemacht, Bravo ! Wir bräuchten auch noch einen größeren Ferritkern, damit wir ein Paar Wicklungen hinkriegen, eine Wicklung hat zwar gedämpft, jedoch muss noch zu sehr aufgepasst werden beim Funken.

    Apropos Paket, unseres ist schon im Zoll angelangt, bin mal gespannt wie lange es da liegen will. Ist ja nur ein kleines Päckchen, das macht hoffentlich nicht zu viel Aufmerksamkeit.

    Liebe Grüsse Andreas

    Ps. Ralf kannst uns mal so einen schönen dicken Ferritkern besorgen für 3×1,5mm2 dickes Kabel, wir haben hier keinen Elektrohandel.
    Danke 😉

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.