Ja unglaublich – jetzt sind wir schon fünf Tage hier. Fünf Tage zum  Erholen – aber so ganz fit sind wir noch nicht wieder. Immer noch übermannt uns der Schlaf schon früh am Abend, immer noch liegen wir viel herum und schauen einfach umher anstatt uns um eine Inselrundfahrt zu kümmern.

Wir haben es tatsächlich geschafft, diesen Ozean zu überqueren. Eine Sache die wir uns immer noch kaum vorstellen konnten, über die wir uns vorher so viele Gedanken gemacht haben – jetzt ist es Geschichte und wir sind drüben. Drüben in der Karibik, Amerika – es erscheint uns immer noch unwirklich.
Wie war es im Rückblick? Marlies fand es anstrengend, Ben fand es schön und ich? Ja anders als gedacht aber doch irgendwie so wie es eben auf dem Meer sein kann. Es war anstrengend aber auch schön und beeindruckend. Die Weite des Ozeans, die Nächte mit den Sternen und dem starken Mondlicht, die Wellen und der Wind und die Wärme. Warum denkt man eigentlich das es dort draußen kalt sein müsste?

Wir erholen uns also noch intensiv, aber geschafft haben wir es, ein wenig herum zu laufen und die unmittelbare Umgebung der Carlisle Bay anzuschauen. Der Strand ist schön, das Wasser ist wunderbar warm und klar. Die Straßen waren an den Tagen vor Weihnachten vollgestopft mit Menschen auf Geschenkejagd. Ein unglaubliches Gewühle! Wir waren in einem gut besuchten Selbstbedienungsrestaurant und haben preiswert und gut gegessen. Es gibt ein paar große Kaufhäuser, viele Luxusgeschäfte, Klamottenläden und Krimskramsbuden. Obst und Gemüse gibts bei Straßenhändlern. Unser Weihnachtsessen wurde ein Hackbraten mit selber gemachtem Kartoffelbrei. Eine Gans hätten wir eh nicht aufessen können und ein ganzes Huhn haben wir nicht bekommen. Heute oder morgen wollen wir mal essen gehen, sicher gibts auch da noch was Leckeres aus der karibischen Küche. Eine Wäscherei haben wir auch gefunden. Dort müssen dann nach den Feiertagen viele Dinge mal hingetragen werden. Dabei auch alles was unterwegs nass geworden ist. Einen Yachtausrüster haben wir noch nicht gefunden, aber auch noch nicht so intensiv gesucht. Internet ist bissel schwierig. Wir haben hier am Ankerplatz ein paar freie Netze aber die sind langsam und man fliegt doch öfters wieder raus. Eine UMTS-Karte funktionierte nicht in unserem Stick, die ist jetzt im Tablet und die geht am Ankerplatz auch nur ganz langsam …

Den Fehler am Autopiloten haben wir gefunden. Nachdem der Steuercomputer ausgebaut und geöffnet war, fand sich noch eine Sicherung – die war defekt. Glück oder Pech? Wir sind jedenfalls froh keine neue Black Box kaufen zu müssen – die kostet nämlich nur läppische 1500 EUR. Pech das nicht auf See gefunden zu haben – ja schon, aber so können wir auch auf ganz besondere Erlebnisse zurückblicken die sonst kaum jemand macht. Wer steuert gerade am Ende einer Atlantiküberquerung schon freiwillig von Hand zum Ziel.
Neben uns liegen Österreicher, die haben ihr Beiboot fast verloren, weil ihnen die Wellen ins Cockpit gekracht sind und ein gebrochenes Achterstag, andere haben auch ihr Beiboot verloren und ebenfalls Wasser im Schiff gehabt. So ganz ohne Probleme scheint das wohl nirgends abzugehen. Vielleicht würde man sich noch einmal ganz anders vorbereiten wenn man es noch einmal machen würde.

Seit gestern steht ein ungemütlicher Schwell in der Bucht und heute gab’s schon sehr ergiebigen Regen. Dafür ist es mal etwas kühler (26°C) und bedeckt.

 

2 Kommentare
  1. Grit Bolay
    Grit Bolay sagte:

    Liebe Marlies, lieber Ralf, lieber Ben,

    Dieses besondere Weihnachtsfest wird euch sicher immer in Erinnerung bleiben. Mit Spannung und Freude verfolgen wir eure Reise. Das ist echt klasse, dass wir durch Eure ausführlichen Berichte fast “ live“ dabei sein können! Vielen Dank! Auch für die Karte aus Teneriffa, über die wir uns sehr gefreut haben!
    wir geniesen es gerade, zwei Wochen Ferien zu haben und freuen uns auf ein paar Tage Anfang Januar in Ellefeld (hoffentlich mit Schnee).
    Fürs neue Jahr wünschen wir Euch viele weitere eindrückliche Erlebnisse und Begegnungen und in allem Gottes Segen und seine Bewahrung!
    Wir freuen uns wieder von Euch lesen zu dürfen und grüßen ganz herzlich,

    Norman und Grit mit Lina und Clara.

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