Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön, doch wir wollen ja auch etwas von den ganzen Inseln sehn – diesem Motto folgend haben wir uns auf den Weg gemacht und Barbados angesehen. Natürlich nicht, ohne hinter einem Ersatzteil her zu sein. Am Tag vorher hatten wir schon den Versuch gestartet Filter für unseren Generator zu bekommen, der leider seinen Geist aufgegeben hatte und noch einmal eine neue Dieselpumpe. Die aus Mindelo hatte leider nicht gehalten. Doch auch hier ist Weihnachten und die Geschäfte machen teilweise „zwischen den Jahren“ zu. Pech für uns. Wir haben aber einen sehr hilfsbereiten Taxifahrer gefunden, der wirklich alles versucht hat, damit wir etwas bekommen. Vor einem Geschäft, das allerdings gerade Mittagspause für eine Stunde machten, haben wir ihn dann verabschiedet. Er hat etwas ungläubig geschaut, hatte wohl nicht damit gerechnet, dass wir diese Zeit warten wollten, doch was blieb uns anderes übrig. Mit der Dieselpumpe hatten wir dann Erfolg aber leider konnten wir keine Filter bekommen. Zurück sind wir dann mit dem Bus gefahren. Das war auch ein Erlebnis. Für 2 Barbadosdollar pro Person kommt man überhall hin. Platz ist auch kein Problem, es wird so lange gestopft bis der letzte drin ist. Ben durfte sich gleich neben den Busfahrer setzen, das war natürlich super. Die Filter zu besorgen war uns noch ein echtes Anliegen und deshalb haben wir am Sonnabend als erstes diesen Versuch gestartet. Ein Taxi brachte uns zur gewünschten Stelle, dort war leider auch zu, doch irgendwie haben wir es geschafft, den richtigen Laden zu finden, doch die Filter gibt es hier absolut nicht – da müssen wir wohl welche aus Deutschland besorgen. Mit dem Taxifahrer haben wir dann gleich die kleine Inselrundfahrt gemacht. Er zeigte uns das, was auch die Kreuzfahrtbesucher zu sehen bekommen. Als erstes schauten wir uns auf dem Gun Hill die Signalstation an. Von hier hatten wir einen wunderbaren Blick über die Insel und auch auf unseren Ankerplatz. Als zweiten Anlaufpunkt haben wir den Orchideenpark angesteuert – doch nach einem Blick auf die Eintrittspreise haben wir uns entschieden, dass wir das einfach auslassen. Da sollen dann mal die „Kreuzfahrer“ hingehen. Wir waren in der ältesten Kirche auf Barbados. Wieder ein wunderbares Fleckchen mit einem ebenso wunderbaren Blick auf den Atlantik. Von ganz da hinten sind wir vor einigen Tagen angekommen. Das können wir eigentlich noch immer nicht so ganz begreifen. In der Kirche war gerade eine Trauung zu Ende. Braut und Bräutigam waren ganz in weiß gekleidet. Die Kirche hat unseren Augen gut getan, nach den vielen reich geschmückten und überfüllten katholischen Kirchen in Spanien und Portugal, einfach mal eine schlichte anglikanische Kirche anzusehen. Der letzte Punkt der Besichtigungstour war ein Herrschaftshaus aus der Kolonialzeit. Hier konnte man sich wirklich vorstellen, wie die Menschen damals gelebt haben und es gab so vieles, was man wieder erkannt  – wie Nähmaschinen von Singer und auch manches was uns verwundert hat – wie ein x-teiliges Maniküreset für die Damen. Das Gebäude ist von einem wunderschönen Garten umgeben, in dem eine Gaststätte ist und ganz tolle alte verwachsene Bäume, von denen Lianen runterhängen. Hier wollten wir auch mal entspannen und haben uns als Eltern nix dabei gedacht, als wir für jeden von uns einen Rumpunsch bestellt haben. Ohne was richtiges zu Essen im Magen, dann die Wärme und der viele Alkohol hatte das Ding durchschlagenden Erfolg. Mir war es irgendwie Seekrank, doch das Gefühl kenne ich ja schon und wir haben erst einmal eine kleine Weile gebraucht, bis wir einigermaßen „normal“ waren. Zum Glück waren wir ja mit dem Taxi und mußten nicht selbst fahren. Bei Linksverkehr wäre das bestimmt noch sehr lustig geworden. Als Abschluß haben wir den Taxifahrer gebeten uns zu einer Gaststätte zu führen, die er mag. Ich habe nur gehofft, dass es kein Fastfood wird. Das mochte er wohl auch nicht, denn wir landeten in einem Westernrestaurant und haben dort sehr lecker gegessen und dazu noch viel preiswerter als bei einem der hier sehr weit verbreiteten Fastfoodketten. Die Inselrundfahrt war damit dann auch schon beendet. Barbados ist ja nicht sehr groß und sicherlich kann man noch viel mehr ansehen, doch wir waren auch echt geschafft. Wir haben große Zuckerrohrfelder gesehen und uns teilweise über die Baustile der Häuser gewundert. Mitten auf dem Land gab es Stelzenhäuser, wo man dann auch gut sein Auto unterstellen konnte und einfache Hütten stehen neben richtig komfortablen Häusern. Auch Überbleibsel von Hurrikanschäden haben wir gesehen. Die Insel ist sehr schön grün aber Palmen am Strand haben wir nur eine gehabt. Vielleicht gab es an anderen Ecken mehr, dafür aber gab es überall total weißen Sand, so wie man sich die Karibik vorstellt. Ben und ich haben dann den Rest des Tages an diesem super Strand verbracht, während Ralf mit „Alkohol im Blut“ versucht hat, den Fehler beim Generator zu beheben. Nach einigem Suchen hat das dann auch geklappt. Nun wissen wir, dass wir wieder total viel Dreck im Tank haben und dieser unbedingt raus muß. Das wäre auch zu schön, wenn mal nix auf der To-do-Liste stehen würde. Jetzt müssen wir immer mal, wenn der Generator nix sagt, die Dieselleitung freipusten und dann geht es erst mal wieder. Abgerundet wurde der Tag mit einem schönen geselligen Abend mit Martina und Dietmar von der SY Mauna Loa, die neben uns im Ankerfeld lagen.

Barbados liegt nun hinter uns und wir sind in den Grenadinen angekommen. Heute mußten wir erst einmal in Union Island einklarieren und konnten dann weiter zur Insel Mayreau. Das haben wir zum Glück noch vor der Dunkelheit geschafft. Eine kleine Vorstellung von den Preisen haben wir hier auch schon bekommen und die war nicht angenehm. Da war es in Mindelo noch super preiswert und selbst auf Barbados war es nicht so teuer. Zum Glück geben unsere Vorräte noch einiges her und wir müssen nicht unbedingt was einkaufen.
Im Moment können wir noch gar nicht sagen, ob uns die Karibik so sehr gefällt. Auf jeden Fall ist es für unseren Geschmack viel zu voll hier. Ständig muß man aufpassen, dass einem nicht ein Segelboot in die Quere kommt. Nach den Weiten des Atlantik eine echte Umstellung.

Morgen ist hier nun fünf Stunden später als in Deutschland der Jahreswechsel, der hoffentlich mit vielen Kindern hier am Strand gefeiert wird. Wir können im Rückblick auf das Jahr nur staunen, was wir alles erlebt haben und vor allem, dass wir es geschafft haben von Greifswald bis hierher in die Karibik zu segeln. Es war nicht immer einfach, manches nervt auch z. B. die ständigen Reparaturen doch wir möchten keinen Tag dieser Reise missen. Wir sind sehr gespannt auf das nächste Jahr und wünschen Euch allen, die Ihr uns bei unserer Reise begleitet einen guten Start und ein gesundes, gesegnetes Neues Jahr.

3 Kommentare
  1. Olaf Hofmann
    Olaf Hofmann sagte:

    hallo ihr drei hübschen, ich muss heute noch mal einen kommentar nachschieben, gestern waren ja die bilder noch nicht zu sehen, (zumindest bei mir nicht), ;-);

    die KARIBIK sieht ja doch so aus, wie man(n) es sich vorstellt oder kennt aus den Medien, also doch irgendwie mal erlebenswert, wir könnten es uns gut vorstellen, da zu sein :-D, ansonsten weiterhin alles gute und noch so **mitstöhner** 2. Januar und das Jahr will nicht vorbeigehen 😉 😀

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  2. Olaf Hofmann
    Olaf Hofmann sagte:

    viele liebe Grüße aus dem Erzgebirge, nach einer Silvesterfreizeit haben wir es nun endlich auch mal wieder geschafft, von euch was zu lesen – wundervoll – und ein klein wenig ernüchternd (ZITAT: im Moment können wir noch gar nicht sagen, ob uns die Karibik so sehr gefällt usw.)

    wir wünschen euch ein gesegnetes JAHR2014 und mögen alle eure ALLTÄGLICHKEITEN und ABENTEUR gelingen, möget ihr behütet alle Überfahrten meistern und seit Gewiss, dass viele Menschen in Gedanken und im Gebet bei euch sind

    liebe Grüße aus dem ERZGEBIRGE 2014 (ca. 5 Grad plus, ab und an Sonne, teilweise bedeckt, im Großen und Ganzen „aushaltbar“)

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  3. Katja
    Katja sagte:

    Schöner Artikel – wir hoffen das ihr den Dreck bald rauskriegt aus Eurem Tank.
    Wir wünschen Euch auch ein tolles und spannendes neues Jahr 2014 – wir sind ja schon ein paar Stunden früher als ihr „rübergerutscht“ und werden in wenigen Stunden und …. man glaubt es kaum … tatsächlich auf den Weg zu den Kapverden machen.

    Ganz liebe Grüße an Euch Drei
    Katja und Andreas

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