Unser Segeltörn von Antigua nach St.Martin war wie ein Traum. Wir hatten wunderbaren halben Wind (Wind aus 90° zur Fahrtrichtung), kaum Welle, einen gemalten Sonnenuntergang und eine sternenklare Nacht. Montserat, eine Insel mit aktivem Vulkan sehen wir bei der Abfahrt, die Inseln St.Kitts and Nevis, St. Eustatius, Saba und St.Barth lassen wir neben uns liegen. Ihre Lichter sehen wir an ein paar Wolken. Das hellste Licht aber liegt direkt voraus – St.Martin oder Sint Maarten, das kleinste von zwei Staaten verwaltete Fleckchen Erde der Welt.

Wir konnten abwechselnd schlafen so das wir beide bei der Ankunft nicht sehr müde waren. Bei der Einfahrt war die Welle plötzlich etwas ruppig, aber das lag wohl an der Strömung und dem flachen Wasser.

Am Morgen sind wir angekommen. Wir haben die nördliche, französisch verwaltete Hälfte gewählt weil die Ankerbucht uns auf der Karte besser gefällt. Der Anker fällt auf 4m tiefem weißem Sand, die Marina haben wir direkt vor der Nase und die schauen wir uns erst einmal mit dem Beiboot an. Die Preise schrecken uns ab aber wir tanken dann trotzdem dort Wasser – mit 14€ die teuersten 300l Wasser die wir je gekauft haben.

Wir klarieren ein, laufen ein wenig herum, naja nicht schlecht aber uns haut es nicht vom Hocker. Wir versprechen uns mehr von der holländischen Seite, klarieren am Samstag vormittag wieder aus um am Sonntag nachmittag rüber zu fahren.

Am Sonntag besuchen wir den Gottesdienst der evangelisch-methodistischen Kirche, verlassen die Veranstaltung aber nach 1,5 Stunden als da noch lange kein Ende absehbar ist und Ben langsam zappelig wird. Zurück an Bord haben wir eine Email von Martina und Dietmar, die beiden kennen wir aus Barbados. Auch sie sind in St.Martin und liegen in der gleichen Bucht. Also der kurze Entschluss, die beiden zu treffen und dann erst am Montag um die Insel herum zu fahren.

Die beiden waren vor drei Wochen auf der holländischen Seite und zählen uns die Gebühren auf, die dort drüben zu zahlen sind. Sie erzählen das man problemlos mit dem Gummiboot durch die Lagune rüber fahren kann und auch die Anreise mit dem Bus preiswert und schnell geht. Wir entschließen uns also in der Marigot Bay zu bleiben, am Montag wieder einzuklarieren. Was solls. Der Beamte wundert sich nicht, füllt alles aus, kassiert die Gebühren und fertig ist es.

Wir grillen gemeinsam mit Manoa Loa und Azzuro am Strand, lernen die Besatzung der Twiga kennen, die uns wertvolle Tipps für die USA geben. Sie waren 2013 dort.

Außerdem besuchen wir den spektakulären Strand am Flughafen, wo die Flugzeuge in nur geringer Höhe beim Anflug drüber fliegen und die Kerosin-Junkies am Zaun stehen um den gewaltigen Wind zu spüren wenn der Pilot Vollgas gibt um den Flieger auf der kurzen Startbahn in die Luft zu kriegen. Besondere Aufmerksamkeit bekommt dabei die Boing 747, bei der dieser Wind dann ungeheure Ausmaße erreicht. Die Leute müssen sich dann am Zaun tüchtig festkrallen um nicht wegzufliegen. Aber es ist auch schon unglaublich wenn eine kleinere Maschine nur wenige Meter über den Strand schwebt um kurz danach aufzusetzen.

Am Donnerstag haben wir die Adresse vom hießigen TransOcean-Stützpunkt und die Zusage von 2 deutschen Firmen uns Ersatzteile zu schicken. Hoffen wir das die Pakete schnell hier ankommen. Die Laufzeiten bei DHL sahen hier noch günstig aus, ein Grund dafür hier zu warten und nicht zu den British Virgin Islands oder den Bahamas zu schicken. In der Zwischenzeit zu den British Virgin Islands zu fahren wäre schon möglich, der Rückweg aber nur gegen den Wind und damit schon sehr ungemütlich.

Nun überlegen wir, was wir mit unserer Wartezeit machen. St.Martin hat nicht sehr viel, vielleicht gehen wir mal wandern. Wir wollen außerdem einmal nach Philipsburg wo es große Elektronikläden gibt. Die hießigen großen Filialen der Bootsausrüster haben wir heute schon angesehen, es gibt hier fast alles. Wenn gutes Wetter ist könnten wir außerdem einen Abstecher nach Saba machen. Diese strandlose Insel muss sehr schön zum Wandern sein. Nicht sehr viele Segler fahren dort hin, vor allem weil es keinen guten Ankerplatz gibt.

Aber heute haben wir erstmal unsere Toilette umgerüstet. Der Hebel der Handpumpe war wiedermal gebrochen (das letzte Mal in Amsterdam). Das Ersatzteil konnten wir hier kaufen, die großen Ausrüster haben sehr viele Teile auf Lager. Zusätzlich haben wir aber noch eine elektrische Pumpe eingebaut – Luxus pur für uns.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.