Am 12. September war es soweit. Am Flughafen Chicago haben wir unsere Eltern in Empfang nehmen können und das Erlebnis der gemeinsamen Rundreise konnte beginnen.

Die Freude des Wiedersehens war auf allen Seiten sehr groß vor allem bei den Großeltern, die nun ihren großen Ben endlich wieder in die Arme schließen konnten.

Als erste Station stand der Besuch von lieben Verwandten in Des Moines/Iowa auf dem Programm. Wir genossen die Gastfreundschaft von Christa und ihrer Familie und freuten uns auf das Wiedersehen mit Manfred, der uns so oft in Deutschland besucht hat. Wie schon von Christa angekündigt, als wir die ersten schlechten Erfahrungen mit amerikanischen Hamburgern in Nassau gemacht hatten, bekamen wir hier einen köstlichen selbstgemachten Burger serviert. So etwas kann man dann auch genießen.

Iowa selbst ist nicht gerade das spannendste aber wohl eines der wichtigsten Länder in den USA, erzählten uns die Verwandten. Hier werden Bohnen und Mais für das ganze Land angebaut. Dadurch ist aber ansonsten nicht so viel los. Im Prairie Learning Center wurden uns viele kostenlose Infos gegeben und wir konnten eine Schulklasse beobachten, die ganz interessiert zuhörte als die Ranger von der Prärie erzählten. Da waren wir erstaunt, wie leise und diszipliniert die Kinder alle waren. In Deutschland wäre das so nicht geschehen. Der Höhepunkt dieser Tour war aber die große Büffelherde zu finden, die sich irgendwo in den „Weiten“ dieser Prärie aufhielt.
Die Hauptstadt Des Moines selbst kann mit einem wundervollen Regierungssitz aufwarten. Dort kann  das Arbeiten schon Spaß machen.

Chicago hatten wir uns noch nicht angesehen, deshalb ging es nun wieder etwas zurück, um dies nachzuholen. Das ist ja hier alles eigentlich gleich um die Ecke. In der näheren Umgebung von Chicago gibt es keinen Campingplatz, deshalb haben wir uns entschlossen einfach irgendwo auf einem Parkplatz zu nächtigen. Das war natürlich für unsere Eltern schon etwas aufregend, so wie alles ja Neuland für sie mit so einem RV war. Praktischerweise konnten wir am Morgen frisches Brot holen und alles andere nötige einkaufen, was so fehlte.

Auf einem Park&Ride Parkplatz fanden wir Platz für den ganzen Tag und konnten von dort aus bequem mit dem Zug zum Sightseeing starten.

Das Aquarium war unser erstes Ziel. Es ist in einem wirklich sehr schönen Bau untergebracht und liebevoll gestaltet. Hier konnten wir nun auch mal Rochen streicheln, die das wohl sehr genossen haben und wir auch.

Mit dem Wassertaxi setzten wir zur Navy Pier über. Für uns ein sehr schönes Gefühl, endlich wieder auf dem Wasser fahren zu können. Die Navy Pier an sich war eher etwas trostlos. Es wird ziemlich viel gebaut und insgesamt hat diese Pier wohl schon bessere Zeiten gesehen. Als Highlight für diesen Tag stand der Sonnenuntergang vom Hancockcenter auf dem Programm. Das hat sich wirklich absolut gelohnt. Wir waren natürlich nicht die Einzigen mit der Idee, doch hatten alle genug Platz für das perfekte Sonnenuntergangsfoto. Der Ausblick auf den See war schon genial und weckte doch auch wieder ein bischen die Sehnsucht nach der Grace.

Am nächsten Tag ging es weiter zu den Indiana Sand Dunes am Michigan See. Hier gönnten wir uns einen Tag Ruhe und konnten die wunderbare Landschaft genießen. Der Campingplatz war mitten im Wald und ganz in der Nähe des Strandes. Zum Baden war es aber für uns Warmduscher doch zu kalt aber zum im Sand matschen war es einfach genial.

Im Studebaker Museum in South Bent konnten wir uns mal wieder an richtig guten Autos sattsehen und sogar die Kutschen von den amerikanischen Präsidenten hatten sie dort. Selbst für die Kinder war eine Autowerkstatt da, wo sie Räder und Auspuff wechseln konnten.

Ein Besuch bei den Amish-People durfte natürlich auch nicht fehlen. Dazu waren wir in Shipshewana und haben uns im Menno-Hof die Geschichte der Amish und Mennoniten angeschaut, sogar in Deutsch, und am Abend noch lecker im Blue Gate Restaurant essen.

Vom Cuyahoga Falls Nationalpark hatten wir uns etwas mehr erwartet, denn Wasserfälle haben wir nicht gesehen. Trotzdem hat uns ein kleiner Spaziergang gut getan, bei dem wir ganz viele kleine Schildkröten und eine Blindschleiche entdeckt haben. Langsam ziehen sich auch die Bäume bunt an und es ist wunderbar anzusehen.

New York haben wir zwar schon gesehen, doch unsere Eltern nicht und deshalb müssen wir da natürlich noch einmal hin. Dieses Mal leisten wir uns den einzigen RV-Park, den es dort gibt und leisten ist hier wohl wirklich das richtige Wort. Denn für keinen Strom, kein Wasser und Abwasser müssen wir 60 $ die Nacht bezahlen. Doch wir wollten auch nicht jede Nacht rumfahren und einen passenden Parkplatz finden. Ralf und die Eltern fahren noch am Abend zum 9/11-Denkmal und kommen ziemlich beeindruckt wieder. Am nächsten Morgen machen sich die drei auf den Weg zu Ellis Island und zur Miss Liberty. Am Mittag treffen wir uns in Manhattan und machen so eine richtige Touritour mit allem, was man unbedingt noch gesehen haben muss.
Eine Fahrt durch Brooklyn und Manhattan mit dem RV ist äußerst spannend und der Versuch, das UNO-Gebäude zu sehen, scheitert einfach daran, dass ausgerechnet am 24.09.2014 Mr. Obama zum Krisentreffen der UN eine Rede hält und die Polizei alles abgeriegelt hat. Das haben wir allerdings erst am Abend erfahren.

Die Nacht wollten wir am Meer bleiben, doch das ist wieder einmal nicht erlaubt, so haben wir uns einfach einen Parkplatz gesucht, in der Hoffnung dort nicht weggejagt zu werden. Nachts werden wir aus dem Schlaf geklopft und die Polizei steht draußen. Wir befürchten schon, von dort weg zu müssen, doch erfahren wir, dass im T-Mobile-Laden, der dort gleich ist, eingebrochen wurde. Wir haben aber nichts bemerkt und dürfen weiterschlafen. Sehr nett.

Besuche bei Verwandten waren auch das Ziel der Reise und so sind wir endlich in Massachusetts angekommen und wurden wieder einmal nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Die Eltern durften die Betten im RV gegen richtige Betten im Gästezimmer tauschen und ich mußte nicht kochen.

Auch in Vermont haben wir Verwandtschaft, die um einen Besuch von uns nicht drumherum kommen. Jetzt können wir den Indian Summer so richtig erleben. Warmes trockenes Wetter, 28 °C, und wunderbar bunte Bäume. Hier kommt Ben so richtig auf seine Kosten, denn es sprechen alle Deutsch und es sind vier Kinder zum Spielen da. Burlington liegt am See und bei dem Wetter kann man doch tatsächlich noch ins Wasser gehen, allerdings nur die Kinder.

Auch die schönste Zeit geht mal zu Ende und so müssen wir ans Weiterfahren denken, denn der Flieger nach Deutschland wartet nicht. So fahren wir nach Stowe, wo die Trappfamilie ein schönes Domizil hat. Auch hier ist der Indian Summer faszinierend anzusehen und die Kamera kann sich gar nicht ausruhen.

Wir fahren bis nach Maine um dort noch einen Blick auf den Atlantik zu erhaschen. Die Seeluft tut uns allen gut und Ben hat wieder viel Spaß beim Spielen am Strand. Die Temperaturen haben inzwischen deutlich nachgelassen und so ist es recht frisch am Wasser. In Cape Ann verbringen wir die letzten gemeinsamen Stunden, bevor es von Boston aus nach Deutschland zurück geht.

2 Kommentare
  1. Steffi Helm aus Meinersdorf
    Steffi Helm aus Meinersdorf sagte:

    Ich hatte Euch schon vermisst – keine Einträge seit Anfang September!
    Aber wenn Ihr so lieben Besuch hattet, ist es klar,daß das Schreiben Nebensache war und auch noch später Zeit dafür ist.
    Danke für den langen Bericht und die vielen schönen Bilder.

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  2. Kober, Friedhelm
    Kober, Friedhelm sagte:

    Wunderschöne Bilder – Danke sehr. Viele Orte kennen wir ja. Wir freuen uns immer, von Euch zu hören. Weiter gute ‚Erlebnisse und behütete Fahrt ! Friedhelm und Christa

    Antworten

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