Die DomRep ist eine Insel, die wir eigentlich nicht besuchen wollten – jetzt wissen wir auch, warum. Da unser Generator nicht ging und wir keine Möglichkeit hatten, etwas zu essen zu kochen, mußten wir möglichst in einen Hafen gehen, anstatt wie geplant an einigen Stellen vor Anker zu liegen. Die Fahrt bis zum Resort Casa de Campo in La Romana war auch wieder sehr anstrengend und so waren wir froh, dass wir dann doch einen Platz in diesem Hafen bekommen haben.

Ohne ordentliche Einreise durften wir auch hier wieder nicht vom Schiff. So hieß es warten, bis sich endlich die Einklarierungsbehörden bequemten uns aufzusuchen. Es kam ein ganzer Pulk von Beamten, die alle damit beschäftigt waren uns x-Mal die gleichen Fragen zu stellen. Am Ende waren wir um 230 US$ leichter und offiziell eingereist. Der Hafenmeister teilte uns daraufhin aber mit, dass er keinen Platz im Hafen hätte, was uns sehr überraschte, denn es war alles frei. Nachdem ich aber mit traurigem Gesicht mitgeteilt habe, dass wir nicht vor Anker gehen können, weil ich sonst nicht kochen kann, wegen dem defekten Generator, hatte er ein Einsehen und hat uns ein lauschiges Plätzchen zugeteilt.

Die Marina gehört zu einem Resort, welches eine absolute Scheinwelt darstellt. Irgendwie haben wir uns etwas deplaziert gefühlt. Krasser hätte der Gegensatz zur Ile la Vache in Haiti nicht sein können. Hier liegen riesige Superyachten mit eigener Crew oder wenigstens einem Boy, der täglich das Boot putzt. Gegrüßt wird grundsätzlich auch nicht oder macht man das an der Dicke der Brieftasche fest. Die Kompetenz der Mitarbeiter im Hafenbüro war erschreckend niedrig und ansonsten waren wohl die Beschäftigten in den Läden eher froh, dass keine Kunden da waren. Nachdem wir nach 4-maligem Nachfragen im Hafenbüro immer noch nicht herausgefunden haben, wo wir Wäsche waschen können, haben wir selbst die Waschmaschine herausgeholt und das an Bord erledigt. Leider wurde das wohl erst am 2. Tag negativ bemerkt und als die letzte Wäsche auf der Leine hing, mußte ich alles abhängen, weil es nicht erlaubt ist etwas aufzuhängen. Da ist mir fast der Kragen geplatzt.

Zum Glück konnten wir das benötigte Ersatzteil für den Generator schnell organisieren und es war innerhalb 3 Tagen aus Italien bei uns. Das ist wirklich eine tolle Leistung der DHL gewesen. In der Zwischenzeit wollten wir aber doch noch etwas vom wirklichen Leben dieser Insel erfahren und unsere Vorräte aufstocken. Deshalb haben wir uns aus dem goldenen Käfig mit einem Leihwagen begeben. Was wir da gesehen haben, war schon eher abstoßend als erfreulich. Überall liegt Müll herum, so wie es den Leuten gerade aus den Händen fällt. Krass waren auch die Boys, die sich mit Scheibenputzen der Frontscheibe Geld verdienen wollten. Kaum stand man an der Ampel schon kam ein Schwamm von irgendwoher geflogen und die Scheibe wurde geputzt, ob man wollte oder nicht. Ein Nein wurde nicht akzeptiert – nun ja, Lohn gab es von unserer Seite aber auch nicht, denn wir haben keine Notwendigkeit gesehen, bei einem sauberen Auto, die Scheiben putzen zu lassen. Wir waren froh, als wir dann auf der Autobahn waren und es keine Ampeln mehr gab.

Die Hauptstadt, Santo Domingo haben wir besucht. Dort gibt es ein Museumsviertel, welches wir etwas erkundet haben. Die Parkplatzfrage war relativ schnell gelöst. Komischerweise waren überall irgendwelche Wächter, die plötzlich auftauchten und einem versicherten auf das Auto ein Auge zu haben. Das taten sie dann auch aber am Ende wollte unser Wächter kein Geld haben. Das war eigenartig.

Auf dem Rückweg haben wir einen Stopp in Boca Chica eingelegt. Hier kamen vor einigen Tagen Elke und Bert von der Anjulinui an, die wir ein Jahr vorher das letzte Mal in St. Lucia getroffen hatten. Wir hatten zusammen einen netten Nachmittag und haben auch noch ein Bad am so viel gerühmten Strand genommen. Der wiederum in unseren Augen nicht doll war. Die große Überraschung kam dann für uns noch, als wir in unseren „Käfig“ wollten und wir nicht eingelassen wurden, weil wir keinen gültigen Passierschein hatten. Das war am Abend vorher schon ein Problem und nun sollte die ganze Zeremonie noch einmal durchgemacht werden, obwohl wir am Morgen darauf hingewiesen haben, dass wir abends wieder reinkommen wollten. Organisation ist auf jeden Fall nicht die Stärke in diesem Resort – sonst hätte man uns schon im Marinabüro diesen Schein übergeben können.

Zum Resort gehört auch ein nachgebautes Amphietheater, welches wir uns ebenfalls noch angesehen haben. Hier wurde versucht ein altes Dorf aufzubauen, was auch sehr gut gelungen ist. Obwohl es auch wieder eine Scheinwelt ist, haben wir das nicht ganz so krass empfunden wie alles andere. Mit Andrea Buchelli, der in den nächsten Tagen hier auf der Bühne sein Konzert gibt können wir nur sagen – Time to – say good bye – und das taten wir einen Tag später.

Leider sind wir nicht ganz so weit gekommen, wie gedacht, denn unser Motor ging nach kurzer Zeit wieder aus. So haben wir das restliche Tageslicht genutzt, um noch einmal vor der Isla Saona den Anker zu werfen und in Ruhe die Fehlerquelle zu finden. Es stellte sich schnell heraus, dass die Dieselpumpe total verdreckt war und da kaum noch etwas durchgekommen ist. Bevor am nächsten Tag um 10.00 Uhr die wunderschöne Insel mit Massen von Touristen belagert wurde, haben wir uns aus dem Staub gemacht. Diesmal ohne weitere Störungen am Motor.

Wir konnten nun auch mal ein kleines Stück segeln allerdings nicht sehr lange, denn die Monapassage hat uns etwas geärgert. Innerhalb kürzester Zeit drehte der Wind in alle Richtungen und dann war er ganz weg. Zum Glück haben wir rechtzeitig die Segel weggenommen, bevor er nach 5 Minuten von 0 auf 28 Knoten aufgefrischt hat. Das war zwar auch nur eine kurze Phase, aber unter vollen Segeln auch kein Vergnügen. Natürlich passieren solche Geschichten immer nachts, wenn man eigentlich seine Ruhe haben möchte. Die letzten Meilen sind wir wieder mit Hauptmaschine gefahren und da wir nicht unbedingt nachts in den BVI’s ankommen wollten haben wir noch einen kurzen Ankerstopp gemacht. Am 02.04.15 sind wir hier auf Tortola angekommen und wir können sagen, dass es uns sehr gut gefällt, auch wenn es am Anfang nicht ganz einfach war, das Schiff zu „parken“ um Einklarieren zu können.

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