Ziemlich schnell nach der Abreise unserer Gäste verlassen wir auf der Grace auch die Jungferninseln. Unsere 30 Tage Aufenthaltsgenehmigung laufen sowieso ab und es gibt gerade genialen Südwind den wir ausnutzen wollen. So kommen wir prima segelnd nach St. Martin, fast genau ein Jahr nachdem wir es Richtung San Salvador verlassen haben. Wir treffen alte Freunde und schnell sitzen wir zusammen und quatschen als ob kein Jahr vergangen wäre. Das ist schön.
Aber wir müssen auch an die Zukunft denken, können uns jetzt nicht hängen lassen. Die Hurrikansaison kommt näher und da wollen wir hier natürlich weg sein. Außerdem gibt es seit kurzem wieder ein paar wichtige Termine in Deutschland, also können wir nicht ewig mit der Abfahrt warten.
Es geht los mit ein paar Kleinigkeiten an Reparaturen. Wir gehen die Vorräte durch und überschlagen was wir für die lange Reise nach Europa wohl brauchen werden. Hier sind die Lebensmittel deutlich preiswerter als auf den Inseln weiter westlich und so macht das Aufstocken auch Spaß. Natürlich genießen wir auch das „europäische Angebot“ an Waren und schwelgen in länger vermissten Leckereien.
Eine größere Sache ist das Aufrüsten von Solarpanelen. Diesmal kaufen wir „was ordentliches“ und befestigen sie an der Reling. Die ersten 2 Tage haben wir schon jeweils mehr als 80Ah Sonnenenergie getankt – damit sind wir sehr zufrieden.
Wir treffen uns mit den Crews der Mauna Loa, Vector, Azzuro, OlgaLou. Dann gibt es einen Seglerflohmarkt und wir schauen uns mal das Angebot an. Einige Dinge wechseln den Besitzer und es ist spannend zu beobachten, wieviel Geld da teilweise bezahlt wird. Manche gute Teile sind schnell weg aber Schrott scheint es nicht zu geben. Hier werden Dinge angeboten, die wir auf der Grace schon lange nicht mehr aufgehoben hätten.
Am Sonntag fahren wir zwei Buchten weiter um zu schnorcheln und abends fein essen zu gehen. Als wir am Montag wieder in der Marigot Bay einlaufen ist inzwischen auch die „Maverick too“ vor Anker und schnell ist ein Treffen organisiert. Wir sitzen lange im Cockpit der Grace und sprechen über unsere Reisen.
Am kommenden Tag muss der Außenborder der Maverick too repariert werden. Es gab wohl schon länger Probleme, ich schau mir die Sache mal an. Schnell ist klar das Salzwasser im Brennraum ist – na fein – und das nach nur 25 Betriebsstunden. Ich fahre mit Samuel, einem Gast auf der Maverick too, auf die holländische Seite und wir versuchen eine neue Kopfdichtung zu bekommen. Die günstigste Aussage lautet auf 5 Tage Lieferzeit. Damit kommen wir nicht weiter und eine Pfuschlösung wird probiert. Man kann annehmen, das diese länger als die 25h halten wird. Die Arbeit zieht sich bis in die Dunkelheit und für die letzten Schrauben brauchen wir elektrische Beleuchtung. Sie bekommen nächste Woche Besuch aus Deutschland und die bringen eine neue Kopfdichtung mit. Bis dahin wird eben nur vorsichtig gefahren.
Eine Ausfahrt mit dem Bus nach Philipsburg am Freitag ist aufgrund der Hitze ziemlich anstrengend. Aber wir bekommen noch ein paar nette Souveniers und kleinere Elektronikersatzteile. Am großen Strand geht Ben schwimmen und wir genehmigen uns einen Drink an einer der vielen Bars. Eigentlich wollten wir uns auch neue Handys kaufen um gleich gut ausgerüstet zu sein wenn wir wieder in Deutschland sind. Die Preise sind aber deutlich höher als bei unserer Internetrecherche wenige Tage zuvor und so bleiben wir erstmal ohne dieses Spielzeug.
Die Gribfiles für das Atlantikwetter sind aboniert und so bekommen wir nun schon 2x täglich ein Wetterupdate. Wir sind gespannt, was uns da draußen erwartet. In letzter Zeit gabs ja öfters auch noch Stürme, wir hoffen natürlich, das es nun immer weiter nachläßt und sich das in deutschen Wettervorhersagen so bekannte Azorenhoch stabilisiert.
Als Highlight haben wir uns heute noch etwas tolles geleistet. Wir waren auf Anguila – eine eigenständige Insel gleich gegenüber – und waren dort mit Delfinen schwimmen. Schon die Fahrt dorthin war ein Erlebnis. Da es mit der Grace doch alles ziemlich aufwändig gewesen wäre haben wir uns für die Fähre entschieden, die gleich vor unserer Nase abfährt. Ben war absolut begeistert von dem Tempo und dem schönen Schaukeln. Leider war das dann nach 20 Minuten auch schon vorbei und wir haben noch eine weitere Karibikinsel betreten.
Wir hatten Glück, denn wir waren allein als Gruppe. So hatten wir genügend Zeit für die Delfine. Es hat uns viel Spaß gemacht, die Tiere, die manchmal um unseren Bug springen, jetzt ganz nah zu erleben. So wurden wir durchs Wasser gezogen und geschoben, konnten „Coco“ streicheln und fast die Zähne zählen. Zurück ging es mit einer etwas kleineren Fähre, die den wohlklingenden Namen „Excellence“ trug. Es war aber alles andere als excellence. Durch die Fenster kam immer wieder Wasser und am Ende der Fahrt war auch der Sauerstoff alle, denn es konnten keine Fenster geöffnet werden. Wir waren froh, sicher wieder an Land zu sein.
Wäsche haben wir in die Laundry geschafft und Montag geht es in die Marina, nachdem wir tanken waren. Wir haben seit Jamaika sehr viel Diesel verfahren, kein Wunder, es ging ja auch vieles nur unter Motor. In der Marina wird das Boot dann noch einmal gründlich gereinigt. Ein paar Kleinigkeiten stehen auch noch an. Aber wie das immer so ist – „mal schnell“ ist auf dem Boot nahezu unmöglich, es wird immer eine größere Baustelle – egal wie klein es vorher aussah. Hoffentlich verzetteln wir uns dann nicht und kommen irgendwann auch los. Eigentlich könnten wir Mittwoch starten.
Während unserer Atlantiküberquerung werden wir auch versuchen, uns öfters auf dem Blog zu melden. So habt ihr unsere Position und ein paar Worte wie es uns geht.

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