Wir hatten eine sehr gute Überfahrt – das kann man wohl kaum anders sagen. Wir sind schließlich gut angekommen, haben nur wenige Schäden zu vermelden (vom Blister vielleicht abgesehen) und die Reisedauer war auch nicht zu lange.

Die erste Woche war traumhaft mit leichten Winden, kaum Welle und karibischen Temperaturen. Ab dann kamen wir deutlicher in die andere Klimazone, es wurde kühler und wechselhafter, es gab Regen und auch mal viel Wind. Deswegen überwogen ab der Hälfte der Reise auch die langen Hosen und warmen Pullover. Das Ölzeug haben wir – Dank unserer Kuchenbude – nur an einem Tag gebraucht. In der Zwischenzeit ist leider viel von unserer karibischen Bräune verloren gegangen. Sie wird so schnell auch nicht wiederkommen.

Die höchsten Wellen haben bei 2,50 bis 3m gelegen. Meistens hatten wir angenehme Ozeanwogen mit um die 1m Höhe. Die merkt man dann kaum noch.

Bis auf wenige Minuten hat während der gesamten Strecke unser hydraulischer Autopilot gesteuert, in verschiedenen Modi – je nach Situation, meistens aber im Windmodus, in dem genau wie bei einer mechanischen Selbststeuerung ein bestimmter Winkel zum Wind eingehalten wird.

Mehr als 34 Knoten in ganz einzelnen Böen haben wir nicht gesehen. Insgesamt haben wir für die 2170 nm Luftlinie über Grund 2689 nm zurückgelegt.

Die meiste Strecke war am Wind zu bewältigen. Einige Zeit hatten wir halben Wind und nur 2 Tage vor dem Wind. Die letzten 150nm lief die Maschine und wir motorsegelten ganz hoch am Wind – da konnten wir aber kurz vor Horta noch einmal für 2h segeln, das war sehr schön.

Der Törn war mit 23 Tagen und 2,5h etwas länger als in den Segelhandbüchern angegeben (21 Tage), das dürfte auf die schwachen Winde in den ersten Tagen zurückzuführen sein, wo wir manchmal nur wenig Strecke am Tag gemacht haben.

Der Generator lief 44 Stunden und der Motor 108,5 Stunden. Dabei haben wir etwa 300 Liter Diesel verbrannt. 100 Liter haben wir zusätzlich unterwegs an Freunde abgegeben, die schon am Anfang der Reise zu schnell auf LowLevel waren. Der Diesel kostete in St.Martin nur 83 €Cent/Liter, war aber sehr verschmutzt. Deswegen mussten wir unterwegs Filter tauschen.

Die Batterien haben gut durchgehalten, durch die Motorstrecke am Ende sind wir mit vollen Batterien angekommen. Die Solarzellen haben etwa 1750 Ah geladen, der Schleppgenerator nur 375 Ah – der ist aber auch am 8. Tag ausgefallen. Die Halterung ist leider abgerissen. Pläne für eine bessere Halterung sind in Arbeit. Die täglichen 50 bis 80 Ah haben uns schon gefehlt. Deswegen lief dann der Generator länger zum Batterieladen.

Der Wassermacher lieferte uns ca. 300l Wasser. Am Anfang konnten wir noch an Deck die Salzwasserdusche benutzen, später haben wir uns zum Waschen lieber ins Bad verkrochen, weil es draußen zu kalt wurde.

Es gab jeden Tag Kaffee zum Frühstück und warmes Essen zum Abend. Nur einmal haben wir etwas fertiges aufgewärmt, sonst hat Marlies immer gekocht. Sie hat außerdem frisches Brot gebacken und das ganze Obst verarbeitet. Das war am vorletzten Tag dann auch endgültig alle. Das meiste Obst war lange frisch, nur weniges ging wegen Gammel über Bord.

Land haben wir erst 18nm vorher gesehen – das Wetter war zu diesig. Manchmal kann man den über 2000m hohen Vulkan von Pico schon aus 50nm Entfernung sehen – der hing aber komplett in Wolken und wir konnten die Spitze erst heute bestaunen.

Lange Zeit war unklar ob wir nun nach Flores oder nach Fajal fahren. Zuletzt wurde uns klar, dass wir unsere Ersatzteile (Starterbatterie und Filter) in Flores sowieso nicht bekommen würden. Die ganze Woche sollte der Wind weiter aus Ost blasen. Deswegen haben wir zum Schluss entschieden, gleich nach Horta zu motoren und nicht erst in Flores auf besseren Wind zu warten.

Das Einklarieren war problemlos und kostenlos. Die Marina ist billig und voll, wir liegen in einem Dreier-Päckchen.

Sehr gefreut haben wir uns über die vielen Email die uns an Bord erreicht haben. Bitte schreibt uns weiter!

Alles in Allem – ein schönes Ding.

Bei den Fotos überwiegen die Wolken- und Sonnenbilder. Sie geben eben den Rahmen für eine Seefahrt und bestimmen das Bild der See.

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