2018 … und sie soll segeln

Das Beste am Norden – die Fischsemmel.

In diesem Jahr wollen wir nun wieder segeln gehen. Ein Sommerurlaub auf der Nordsee soll es werden, 3 Wochen Wattenmeer. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Dazu waren natürlich eine Menge Vorarbeiten nötig. 3 Jahre Herumstehen gehen auch an einem robusten Schiff nicht einfach so spurlos vorüber. Zuerst gabs da mal Probleme mit dem Kiel. Da war noch eine Stelle undicht und es musste geschweißt werden. Wir hatten ja den Unfall in England 2013, das stammt noch davon.

Dann war die Sache mit der Welle und unserer Stopfbuchse. Ich wollte dort gerne eine neue Lösung haben und nach ein wenig Suchen und Belesen habe ich mich für eine Gleitringdichtung entschieden. Beim Ausbau der Welle mussten wir aber feststellen, dass die Welle unter der Stopfbuchse ganz schön gelitten hatte und so kam eine neue Welle und ein neues Wellenlager an der Schraube dazu. Die Kupplung zwischen Welle und Getriebe sah nicht mehr schön aus und so habe ich sie ausgebaut, alles abgeschliffen und neu lackiert. 

Die Isolierung des Boilers war schon vor unserer Abreise nicht mehr viel wert, die hatte sich nun inzwischen vollkommen aufgelöst. Der Boiler selbst ist aber aus Edelstahl und eigentlich unkaputtbar. Also ausbauen, neu isolieren, neue Heizpatrone und wieder einbauen. Eine passende Heizpatrone zu finden war gar nicht so einfach. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Größen und verschiedene Ausführungen es da gibt. Dann habe ich gleich neue Anschlüsse herangezogen und ein zusätzliches Ausdehnungsgefäß gesetzt, jetzt sollte das Überdruckventil nicht mehr ständig tropfen wenn der Boiler heiß ist. Was hier in wenigen Worten beschrieben ist, hat in Wahrheit fast 1 Jahr gedauert. Es gab ja keine Eile.

Es sollte außerdem ein Tagestank für den Diesel eingebaut werden. Mit dem Gedanken habe ich mich ja schon ewig herumgeschlagen, nun wurde das Ganze endlich umgesetzt. Ein Tank mit etwa 40 Liter wurde nach meinen Maßangaben angefertigt, die Befestigung übernahm die Werft in Wilhelmshaven und ich habe dann fast 20 Meter neue Dieselschläuche verlegt. Der Test im Betrieb steht noch aus, genauso wie bei der Stopfbuchse, denn noch steht die Grace an Land.

Unser GPS war ja schon länger hinüber, da konnte man kaum noch was lesen und der Alarm ging noch nie. Das Gleiche gilt für das Funkgerät, unser altes Navico hatte bereits gegen Ende unseres langen Törns endgültig ausgehaucht, das Display war defekt und auch der Hörer setzte aus, Ersatzteile gibt es nicht mehr. Deswegen also ein neues Funkgerät und ein GPS. Mal schnell ist auf dem Boot ja bekanntermaßen nicht, also hat der Einbau der beiden Geräte auch schon ein ganzes Wochenende in Anspruch genommen. Der Navirechner wurde neu aufgesetzt, das bedeutete natürlich auch, all die vielen Dinge wieder einzurichten, die uns die Navigation um so vieles erleichtert haben. Das Display im Cockpit, die Anbindung der Instrumente, die vielen Updates für Windows einspielen, die Software für das KW-Funkgerät usw. Vieles davon habe ich zu Hause machen können, aber zum Beispiel der Touch auf dem Cockpitdisplay wollte lange nicht funktionieren.

Die Salonfenster wurden neu abgedichtet, die Kuchenbude und die Sprayhood neu imprägniert. Ein paar Schadstellen daran wurden ausgebessert, ebenso ein paar lose Reißverschlüsse am Lazy-Bag und den Sitzkissen im Cockpit. Der letzte Rest von unserem Petroleumherd – ein Podest in der Bilge – wurde entfernt, nun haben wir dort gleich etwas mehr Stauraum (brauchen wir in den drei Wochen sicher nicht, aber das Ding hat mich schon lange gestört). Der Wassermacher wurde mit allen Komponenten ausgebaut, den brauchen wir hier nun wirklich nicht. Ein neues Landanschlusskabel habe ich mir angefertigt. Gibt es noch jemanden, der eines braucht? Ich habe noch ca. 30m übrig. Im Landanschluss haben wir nun auch eine Zeitschaltuhr drin. Das der Trenntrafo ständig am Netz war über fast drei Jahre, hat uns eine Stange Geld gekostet. Im Nachhinein fragt man sich immer, warum einem das nicht schon eher eingefallen ist …

Alle Betten haben neue Matratzen bekommen. Schon nicht schlecht wenn man neben einer Firma wohnt, die sowas im Betriebsverkauf hat. So haben wir die Matratzen nach und nach erneuert. Im Vorschiff ist ein zusätzliches Einlegebrett und ein Kissen rein gekommen, nun ist dort mehr Platz zum Liegen entstanden. Wer von unseren Freunden dort vorn einmal übernachtet hat, weiß wovon ich rede.

Den Abschluss bildete ein neuer Anstrich für das Antifouling. Das haben wir nicht so sehr aufwändig gemacht, wir werden ja nicht lange im Wasser liegen. Gleich nach dem Urlaub soll sie wieder an Land kommen.

Der Mai mit seinen vielen freien Tagen wurde nun ausgiebig genutzt, wir konnten Arbeit am Schiff und Erholung am Meer wunderbar miteinander verbinden. War ja auch teilweise traumhaftes Wetter. Die Winterplane ist weg gepackt, die Segel sind dran, die Kuchenbude ist aufgebaut, die Elektronik läuft wieder.

Jetzt muss noch geputzt werden, die KW-Antenne muss noch ran und ein Öl- und Filterwechsel steht für Motor und Generator auf dem Programm. Dann sollten wir fast seeklar sein.

Leider gibt es nur ein paar Handyfotos, aber immerhin …

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